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Freitag, 22.09.2017

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User vs. Blogsoftware

Aus aktuellem Anlass und nach kurzer Diskussuion mit einem geschätzen Dresdner Bloggerkollegen ist es an der Zeit, ein wenig über alltägliche Probleme mit aktueller Blogsoftware und deren Auswirkungen nachzudenken.

Beispiel: Wordpress.  Wie Ralf Graf kürzlich berichtet, pingt das beliebte kostenfreie Blogtool bereits bei der Installation ungefragt im Netz herum und sorgt damit bereits zum Zeitpunkt t=0 für notwendigen Bekanntheitsgrad bei SPAMMERN. Eigene Erfahrungen belegen es. Knapp 10 Stunden nach der Installation+Testbeitrag waren auch bei mir die ersten Spammkommentare da. Danke Wordpress.

Den eigentlichen Anstoß zu diesem Beitrag liefert jedoch das offensichtliche Unvermögen der aktuellen Version 1.2.1 einen validierenden RSS-Feed zu erzeugen. Nun kursieren zwar bereits seit geraumer Zeit in diversen Blogs entsprechende Patchanweisungen, jedoch sehe ich bis heute kein Bugfix auf Seiten von Wordpress selbst. Statt dessen bekommt - wer den Patch nicht händisch einfügt - über kurz oder lang Post von enttäuschten Lesern, man solle sich doch bitteschön um die ordnungsgemäße Funktion seines Weblogs kümmern. Bloß, warum eigentlich ich?

Daher stellt sich mir - und hoffentlich noch einigen anderen Leuten (vielleicht auch Weblog-Programmierern) - die Frage nach dem eigentlichen Sinn eines Blogtools. Ziel sollte doch sein, normalen Menschen, ohne Geek-Ambitionen, die Welt der der Onlinetagebücher/Weblogs zu erschließen. Ohne Programmierfachwissen, ohne HTML-Kenntnisse. Im Ansatz ein wunderbarer Gedanke. Leider sind wir von der Umsetzung meilenweit entfernt.

Warum muss ich mich als als Blogautor um die Kodierung meiner Seiten selbst kümmern? Wie erkläre ich jemandem ohne HTML-Kenntissen und den damit verbundenen Fallstricken den Unterschied zwischen UTF-8 und ISO-8859-1? Muss er/sie diesen Unterschied überhaupt kennen? Ist es nicht vielleicht auch auf Softwareseite möglich, jegliche Sonderzeichen in den Nutzereingaben automatisch in das entsprechende Encoding umzuwandeln? Und sollten nicht dieses technischen Parameter eine völlig untergeordnete Rolle bei der Einrichtung eines Weblogs sein?

Fragen über Fragen von denen ich mir wünschen würde, dass sie irgendjemand aufgreift und damit den teilweise nervigen Alltag im Umgang mit unseren Onlinespielzeugen ein wenig nutzerfreundlicher gestaltet.

[UPDATE] Reizthema ich komme. Irgendwie habe ich das Gefühl in ein Wespennest gestochen zu haben, auch wenn die Diskussion sich drüben bei Martin Röll gerade deutlich intensiver entwickelt als hier. Nun denn - so sei es. Fakt ist jedoch, dass sich in den Kommentaren (sowohl hier als auch drüben bei Martin) schon nach kurzer Zeit ein einhelliger Tenor herauskristalisiert: “Nimm doch ein Rund-um-Glücklich-Bloghostangebot, bezahle und Du wirst keine Sorgen mehr haben”. Jungs, ihr habt erstens nicht richtig gelesen und diskutiert zweitens am Thema vorbei.

Wenn ich Auto fahren will, lerne ich Auto fahren. Ich nehme mir kein Taxi! Ich will selber fahren! Nur weil ich Auto fahren will, mache ich jedoch noch lange keine dreijährige Mechanikerausbildung. Also bleibt auf dem Teppich. Wer ein Weblogtool installieren will, braucht Grundkenntnisse im Umgang mit FTP-Clients, sollte den Browser seiner Wahl bedienen können und den Weg zur install.php finden. Lesen können ist selbstverständlich immer von Vorteil. Und im Idealfall sollte es das gewesen sein. Das ist meine Meinung.

Die Frage, die ich zu Beginn gestellt habe lautete nicht: Was meinen Webloghoster besser zu können als diverse Weblogsoftware? Sondern die Frage lautet: Warum ist Weblogsoftware und die Software diverser Webloghoster auch heute noch in manchen Bereichen so anwenderunfreundlich?

Da wird der Vergleich zu den zigmillionen amerikanischen Weblogs herangezogen, die ein Beweis für die Einfachheit der existierenden Systems sein sollen. Hey, was interessieren mich die Leute über dem großen Teich? Kennen die etwa Umlaute? Und beileibe nicht jeder deutschsprachige Webloghoster erlaubt “Sonderzeichen” in Kategorien oder Überschriften. Blöderweise ist aber das Sonderzeichen “ß” integraler Bestandteil des Wortes (kleine Kinder bitte die Ohren zuhalten) “Scheiße” und recht stark verbreitet im deutschen Sprachraum. Und nebenbei, den Spaniern und Franzosen geht es sicher auch nicht besser.

Na denn, Kommentare zum Thema “Nutzerfreundlichkeit von Weblogsoftware” erwünscht.

Kommentare

noch ein dresdner bloggerkollege wink
Ich halte Blogwerkzeuge wie Sunlog, Wordpress und auch Textpattern grundsätzlich weniger geeignet für normale Nutzer. Ich bin von meinem Textpattern momentan total begeistert, aber nur weil es meinen Anspruch an Flexibilität, Funktionalität und Bedienung ziemlich gut befriedigt. Dem Laien der sich um nichts kümmern mag würde ich im Moment Bloghoster wie blogg.de, blogger.com oder auch typepad empfehlen. Leider habe ich null Erfahrung damit, aber Typepad macht mir einen verdammt benutzerfreundlichen, soliden Eindruck.

Dennoch, auch an Blogsoftware gibt es noch jede Menge zu tun. Zum Beispiel ist die Integration von Bildverwaltung bei den freien Blogsystemen grauenhaft. Ich suche noch immer nach einem Trick wie ich möglichst simple mit Textpattern ein Photoblog baue. Und das Zeichensatzgedöns nervt grundsätzlich, nicht nur bei Blogs, überall, mail, browser…

Also auch wenn es vielleicht “Schleichwerbung” ist: willst Du Dich nicht um die Technik kümmern, kannst Du ja immer noch zu einem Bloghoster gehen.

Bei den Hostern wiederum kannst Du zwischen sehr technik-nahen (Typepad, diverse Antville Communities) und einsteigerfreundlichen/technik-abstrahierenden, wie z.B. blogigo wählen.

Beim Hoster musst Du Dich dann wirklich um gar nichts mehr kümmern. Du hast sogar oft einen WYSIWYG-Editor mit dem Du wie in Word schreiben kannst.

@Markus & Thomas
Geht doch mal einen Schritt weiter - weg vom Dau. Nehmt Leute wie mich, beispielsweise. Ich will meine eigene Software. Ich will mein eigenes Layout bauen, mein Wunschblog mit Features meiner Wahl bestücken, Beiträge schreiben.

ABER ICH WILL NICHT: Mich direkt nach der Erstinstallation nach einem wirksameren ANTI-SPAM-Patch umsehen müssen, nur weil die Software bereits lauthals “Hierher Spammer!” schreit. Ich will nicht dem eigentlich automatisch erzeugten RSS-Feed korrektes XHTML beibringen müssen. Und ich will auch nicht alle meine Beiträge aus dem letzten Jahr per Hand überarbeiten müssen, bloß weil das Zeichenencodiung mit beim Softwareupdate von ISO auf UTF umgestellt wurde. Die automatische Formatierung von Sonderzeichen soll die Software bitteschön mit sich selbst klären. Ich will mich nicht um sowas kümmern weil das nicht mein Hobby ist. Mein Hobby heißt bloggen!

Sehr emotional geäusserte Forderungen grin Du hast drei Wege dazu, Deine Wünsche zu kanalisieren. Bleiben wir bei Deinem OpenSource Beispiel Wordpress, wo sich Freiwillige die Mühe machen, Konsumenten etwas zu liefern:

- Du unterstützt die Programmierer mit Coding
- Du unterstützt das Testteam
- Du machst fleissig im Forum mit und gibst etwas zurück

Momentan kommt für mich die “man, wir…” Haltung rüber: “Fragen über Fragen von denen ich mir wünschen würde, dass sie irgendjemand aufgreift und damit den teilweise nervigen Alltag im Umgang mit unseren Onlinespielzeugen ein wenig nutzerfreundlicher gestaltet.”. Du musst Dich um sowas selbst kümmern. Durch diskutieren alleine wurde noch nie etwas bewegt. Irgendwann muss man auch [mit]machen.

Okay, kleines Missverständnis.

Es gab lange Zeit eine MoveableType Monokultur, Systeme wie Wordpress und Textpattern sind noch relativ jung. Aber ich wundere mich schon das gerade bei Wordpress, wo eine große Entwickler- und Unterstützergemeinde dahinter steht, solche Fehler auftauchen. Die Spamproblematik ist ja nun wirklich nicht neu. Das selbe trifft auf die Zeichensatze zu, wenn man solide programmiert bekommt man da auch keine Probleme.

Der Wechsel von Sunlog, was mir zu unflexibel war, zu Textpattern war schon eine schwere Geburt. Ich erinnere mich noch das ich den ersten Textpatternversuch auf Grund der vielen Bugs verzweifelt abgebrochen habe. Mit dem neuen Release änderte sich das, dennoch ist der Aufwand sich in das System zu finden etwas hoch. Dennoch, in zwischen läuft es und ich kann mich voll aufs bloggen konzentrieren. Dennoch wäre ich begeistert wenn es freie Systeme ähnlich typepad gebeb würde.

Wordpress finde ich persönlich schrecklich unübersichtlich und überladen. Ziemlich erschlagend. Und das Templatesystem ist furchtbar. Ich wollte es gerade auf die “unerfahrenheit” der Entwickler schieben, aber deren Berufliche Tätigkeiten sagen mir was anderes.

@Robert Basic
Mein Kanal ist mein Weblog. Die Gedanken, die ich hier poste darf jeder gern aufgreifen, verwerten und damit eine bessere Weblogsoftware kreieren. Das ist bei weitem nicht auf Wordpress begrenzt denn wie Du sicherlich bemerkt hast, arbeite ich mit der ExpressionEngine, einem Bezahlsystem mit genialen Funktionen aber den gleichen Problemen. Es geht hier nicht um Open-Source allein.

Und meine Art zu helfen ist es nunmal, an dieser Stelle die Diskussion angeregt zu haben.

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